Wie Energiegesetze Sonnenwärme verhindern

Wer mit Solarkollektoren nicht nur Warmwasser machen, sondern auch Heizungsunterstützung will, stösst auf ein gesetzliches Hindernis: Die kant. Energiegesetze schreiben für Heizungsunterstützung vor: 10 % der Energiebezugsfläche des Hauses als Solarkollektoren. Bei 200 m2 in einem Einfamilienhaus gibt das 20 m2. Soviel Platz haben die wenigsten auf dem Dach. Und es ist zu teuer! So werden intelligente Solar/Erdgas- oder Solar/Heizöl-Lösungen verhindert. Der Grund ist vermutlich, dass die Kantone als EW-Besitzer so die Elektro-Wärmepumpe fördern wollen. Das gibt Stromabsatz = Geld in die Kasse.

Wärmepumpen sind Kettenraucher – nur raucht die Wärmepumpe woanders

Eine Studie von Heini Glauser, Ing. Büro easi, Windisch, wies 1998 für Eurostrom (heute UCTE-Mix) 450 g CO2 und 10 MBq Strahlungspotential nach. Die Schweiz ist UCTE-Mitglied, nimmt also am Stromaustausch teil, also gilt dieser Mix im Prinzip heute noch. Eine Elektrowärmepumpe mit Jahresarbeitszahl 2,2 (Luft/Wasser, der Grossteil der verkauften WP) würde demnach mit Eurostrom 205 g/kWh CO2 produzieren. Eine Erdgasheizung, Kondensationskessel, modulierend, wäre bei 168 g/kWh, inkl. Vorgelagerter Kette 186 g/kWh (für diesen Vergleich müsste man bei der Wärmepumpe aber auch die ganze Kohlegewinnung dazu schlagen, die ist ja auch nicht CO2 -frei ). Nun hat die Schweiz ja aber die Hälfte des Wasserkraft-Stroms mit Zertifikaten nach Italien und Holland verkauft, einen weiteren Teil mit Zertifikaten als naturmade-Strom teurer in der Schweiz. Das heisst: Die Schweizer Wärmepumpe hat den schlechteren Strom als UCTE-Mix.

Die Wärmepumpe (auch JAZ 2,2) wäre nur besser als mit Eurostrom, wenn sie den Strom aus einem Diesel-Blockheizkraftwerk (CO2: 130 g/kWh) oder einem Erdgas-BHKW (119 g/kWh) beziehen würde. Dann würde natürlich auch das Strahlungspotential wegfallen.

Energiesparen contra Überleben?

Die in der Schweiz (zu Unrecht) als erneuerbar verkauften Elektro-Wärmepumpen liefern meist maximal 55 °C. Gemäss Vorschriften (SVGW) muss Warmwasser aber 60°C aufweisen, um der Legionellenbildung vorzubeugen. Legionellen-Infektionen können tödlich sein. Die meisten WP-Anlagen kümmern sich nicht darum. Wer überleben will, heizt elektrisch nach. Das ist dann eine Elektro-Zusatzheizung, hier wird nicht mehr Energie gespart, das ist Ineffizienz pur! Wirklich ein kluges System?

Trocknung von Holzpellets

Pellets werden, solange das Volumen reicht, aus Sägereiabfällen gespresst; diese sind schon trocken. Wenn dieses Volumen ausgeschöpft ist, kommt Frischholz aus dem Wald zum Zug, und dann wird in der Regel mit Erdgas getrocknet. In einem harten Winter wie diesem (2008/2009) dürfte das schon öfter der Fall sein. Trotzdem werden auch diese Holzpellets als CO2-frei angepriesen und vermarktet – und der Konsument bleibt ahnungslos.

Biotreibstoffe sind oft gar nicht bio

Die meisten Biotreibstoffe sind gar nicht bio: Nur sofern sie aus Abfall- und Reststoffen hergestellt werden, sind sie dem Benzin gleichwertig bis überlegen. Die nachwachsenden Rohstoffe weisen jedoch kaum relevante CO2-Vorteile auf, haben jedoch den Nachteil, die Umwelt anderweitig negativ zu beeinflussen – sie sind bis zu drei Mal umweltschädlicher, als es Benzin ist.

Biotreibstoffe gemäss EMPA

Biotreibstoffe gemäss EMPA

Schlussfolgerung: Man kann Biodiesel und Äthanol schlicht vergessen. Die Schweizer Hilfswerke sehen darin nicht nur einen ökologischen Unsinn, sondern auch eine Gefährdung der Nahrungsmittelversorgung in den Entwicklungsländern (position_agrotreibstoffe_20093).

Der aktuell einzig verfügbare Biotreibstoff, der diesen Namen wirklich verdient, ist wohl Biogas, das aus Grüngutabfällen oder Klärgas, aber auch Gülle, gewonnen und ins Erdgas-Netz als Treibstoff eingespiesen wird. Ebenfalls gute Ergebnisse zeigt die energetische Nutzung von Holz – etwa dessen Vergasung – da hier die Umweltauswirkungen bei der Bereitstellung des Rohstoffes sehr gering sind. Quelle: EMPA-Studie „Ökologische Bewertung von Bio-Treibstoffen“